In 5 Schritten zum perfekten Kitanamen

Aktualisiert am · Redaktion KitaNamen.de

Der Name eurer Kita begleitet Kinder, Eltern und Team über Jahre. Er soll nach Geborgenheit klingen, zu eurem Konzept passen und in der Nachbarschaft unverwechselbar sein. Mit diesen fünf Schritten kommt ihr von der ersten Idee zur Entscheidung, die alle mittragen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Erst prüfen, welche Namen in der Umgebung schon vergeben sind.
  • Gute Ideen liefern Straße, Viertel, Landschaft und Dialekt.
  • Jedes Kind sollte den Namen aussprechen können.
  • Vor der Entscheidung im Markenregister nachsehen.
  • Team, Eltern und Kinder beteiligen – dann tragen alle den Namen mit.

Schritt 1: Bestehende Namen prüfen

Verschafft euch zuerst einen Überblick, welche Namen in eurer Umgebung schon verwendet werden. Ähnliche Namen solltet ihr meiden – sonst verwechseln Eltern, Post und Behörden die Einrichtungen. Sucht dafür in Google Maps, auf Plattformen wie Kita.de und in der Kita-Suche eurer Stadt oder eures Landkreises.

Schritt 2: Ideen aus der Umgebung

Viele schöne Namen liegen vor der Tür. Der Straßenname eurer Einrichtung eignet sich ebenso wie ein See, Bach oder Fluss in der Nähe, das Stadtviertel oder ein markanter Ort. Eine Kita im Bremer Viertel „Schnoor“ könnte zu den „Schnoor-Mäusen“ oder „Schnoor-Spatzen“ werden.

Auch die Landschaft hilft: An der Nordsee wird aus dem Watt schnell „Wattwürmer“. Weitere Ideen findet ihr bei den Namen für Naturkindergärten und Waldkitas. Und selbst der Dialekt kann den Namen besonders machen: Aus „Kleine Racker“ werden „Lüttje Racker“, aus der „Kinderstube“ das „Kinderstüble“.

Schritt 3: Auf die Aussprache achten

Fragt euch bei jedem Vorschlag: Kann jedes Kind diesen Namen sagen? Wörter wie „Krokodil“, „Tausendfüßler“ oder „Arche Kunterbunt“ fallen vielen Dreijährigen schwer. Schön ist ein Name, der leicht von der Zunge geht – bei längeren Namen am besten mit einer Kurzform, die sich im Alltag von selbst ergibt. Alliterationen sorgen oft für einen schönen Klang.

Ein paar Beispiele:

  • Krümelkiste
  • Sternenschiff
  • Wiesenwichtel
  • Krabbelkoje
  • Kindsköpfe
  • Bunte Blume
  • Königskinder
  • Schlumpfenstube
  • Sonnenstube

Schritt 4: Fantasienamen

Ein Fantasiename, ein Wortspiel oder eine ganz neue Wortschöpfung macht eure Kita unverwechselbar. Achtet nur darauf, dass Familien erkennen, dass es sich um eine Kita handelt: „Bimbambinis“, „Schnuffelino“ oder „Bumblebees“ funktionieren gut, bei „SPOKIS“ oder „Kokopelli“ denkt kaum jemand an eine Kindertageseinrichtung. Ein Zusatz wie „Kita“ oder „Kinderhaus“ hilft.

Passt der Name zu einem pädagogischen Konzept, findet ihr Ideen für Montessori, Waldorf, bilinguale Kitas und Bewegungskitas. Neue Wortkombinationen liefert der Kitanamen-Generator.

Schritt 5: Namens- und Markenschutz prüfen

Der wichtigste Schritt zum Schluss: Prüft, ob der Name bereits als Marke geschützt ist. Das vermeidet teure Abmahnungen und ein späteres Umbenennen. Gesucht wird kostenlos im DPMAregister, dem Markenregister des Deutschen Patent- und Markenamts – auch nach ähnlich klingenden Namen. Namen aus bekannten Kinderbüchern und Zeichentrickserien solltet ihr meiden, weil sie oft geschützt sind. Im Zweifel holt euch rechtlichen Rat.

Wollt ihr euren Namen selbst als Marke schützen, kostet die Anmeldung beim DPMA 300 Euro, bei elektronischer Anmeldung 290 Euro – jeweils für bis zu drei Klassen von Waren und Dienstleistungen.

Gemeinsam entscheiden: Team, Eltern und Kinder

Einen Namen, den ihr gemeinsam gefunden habt, tragen alle mit. Klärt vorab, wer am Ende entscheidet – Träger, Leitung oder Team – und sagt offen, ob Eltern und Kinder nur gefragt werden oder mitbestimmen. Nichts frustriert mehr als eine Beteiligung, deren Ergebnis schon feststeht.

Im Team Ideen sammeln

  • Kriterien zuerst: Einigt euch auf fünf bis sieben Kriterien, etwa „leicht auszusprechen“, „passt zum Konzept“, „regional verankert“, „höchstens drei Wörter“.
  • Brainwriting: Jede Person schreibt in fünf Minuten drei Ideen auf ein Blatt und reicht es weiter; die nächste ergänzt drei weitere. Nach drei Runden liegen viele Ideen auf dem Tisch, ohne dass die Lautesten dominieren.
  • Punktabfrage: Alle Ideen an die Wand, jede Person klebt drei Punkte. Die Favoriten werden an den Kriterien gemessen.
  • Reifen lassen: Mit einer Auswahl von drei bis fünf Namen ein, zwei Wochen leben, bevor ihr entscheidet.

Eltern beteiligen

Am einfachsten ist eine kurze Online-Umfrage zur Auswahlliste: jeden Namen in ein, zwei Sätzen erklären, bewerten lassen und Platz für eigene Vorschläge geben; ein bis zwei Wochen Laufzeit reichen. Bei einer Neugründung oder in einer Elterninitiative lohnt sich ein Elternabend, an dem Eltern und Team in gemischten Kleingruppen Ideen sammeln. Wichtig ist in jedem Fall: Teilt das Ergebnis mit allen – auch, wenn nicht jeder Favorit gewinnt.

Kinder mitbestimmen lassen

Kinder können gut zwischen wenigen, von Erwachsenen vorausgewählten Namen wählen. Wie viel Beteiligung passt, hängt vom Alter ab:

  • Krippe: Bilder zu den Namen zeigen, Namen vorsingen und beobachten, was gut ankommt.
  • Drei bis vier Jahre: Zwei oder drei Namen mit großen Bildern vorstellen; jedes Kind klebt einen Punkt auf sein Lieblingsbild, danach wird gemeinsam gezählt.
  • Fünf bis sechs Jahre: Eigene Ideen sammeln, Gründe nennen („Ich mag … weil …“) und abstimmen – auch darüber sprechen, dass die andere Meinung in Ordnung ist.

Fair abstimmen

Bei klaren Optionen genügt eine Mehrheitswahl, geheim per Stimmzettel, wenn ihr Gruppendruck vermeiden wollt. Stehen mehr als drei Namen zur Wahl, bildet eine Rangfolge die Vorlieben besser ab: Platz 1 bekommt drei Punkte, Platz 2 zwei, Platz 3 einen.

Soll der Name von möglichst allen getragen werden, eignet sich das systemische Konsensieren: Jede Person vergibt für jeden Namen 0 (kein Widerstand) bis 10 Punkte (starker Widerstand). Es gewinnt der Name mit den wenigsten Widerstandspunkten – also der, mit dem alle am besten leben können.

Beispiel: Widerstandspunkte von vier Teammitgliedern
Person Waldwichtel Sonnenschein Regenbogen
Anna 0 3 7
Ben 2 1 5
Clara 4 0 8
David 1 2 6
Summe 7 6 – gewählt 26

„Waldwichtel“ hat zwar die meisten Nullen, „Sonnenschein“ stößt aber insgesamt auf den geringsten Widerstand.

Den neuen Namen feiern

Ein neuer Name verdient einen Auftritt – beim Sommerfest, beim Tag der offenen Tür oder zur Eröffnung. Die Kinder ziehen das Tuch vom neuen Schild, singen ein Lied zum Namen oder pflanzen etwas, das zum Namen passt. Ein kurzer Hinweis an die Lokalzeitung und ein Aushang für die Nachbarschaft machen den Namen bekannt.

Checkliste vor der Entscheidung

  • In Google, Google Maps und der Kita-Suche eurer Stadt geprüft: kein gleicher oder ähnlicher Name in der Nähe.
  • Im DPMAregister nach gleichen und ähnlich klingenden Marken gesucht.
  • Domain (z. B. .de) und Name für soziale Netzwerke sind frei.
  • Laut ausgesprochen – auch von Kindern – und eine Kurzform überlegt.
  • Keine ungewollte Bedeutung, auch nicht in den Sprachen eurer Familien.
  • Passt zum Konzept und bleibt auch bei Umzug oder Erweiterung stimmig.
  • Träger, Team und – wenn vereinbart – Eltern und Kinder sind beteiligt.

Quellen: DPMA – Markengebühren (abgerufen am 22.10.2026); DPMAregister – Markenrecherche.